Von Frau zu Frau…

     

    Liebe “Modellflieger-Frauen“,

    möchte hier gerne mal einen kleinen Beitrag schreiben, höre ich doch traurigerweise immer
    mal wieder, dass einige Lebenspartnerinnen sich mit dem Hobby ihres Mannes nicht so
    ganz anfreunden können. Aus welchen Gründen auch immer. Da ich persönlich das sehr
    schade finde, möchte ich, mit der Bitte in einer ruhigen Minute einmal darüber nachzudenken,
    aus meiner Sicht schildern, warum ich die Leidenschaft meines Göttergatten befürworte…

    Als ich Martin damals kennen lernte, war er mit seinem Hobby bereits „verheiratet“.
    Ich konnte jedenfalls gleich feststellen, dass das Modellfliegen sehr viel Bedeutung für ihn
    hatte (und heute natürlich auch noch hat!). Frisch verliebt freute ich mich selbstverständlich
    auf jede Minute, die wir miteinander verbringen konnten, doch selbst in dieser Zeit hatte ich
    nie das Gefühl, wegen der Fliegerei zurückstecken zu müssen.

    Womit wir beim ersten Thema wären: Zeit!
    Natürlich sollte man auch hierbei beachten, dass, wie bei vielen anderen Dingen auch,
    „in Maßen“ alles ok ist (solange es eben „nur“ ein Hobby ist). Ich muss zugeben, dass
    ich meinen Allerliebsten in diesem Bereich ab und zu auch mal zügeln muss, jedoch weiß er,
    dass er eben auch eine Familie hat, die ihm ebenfalls sehr wichtig ist (was einem Mann
    natürlich auch bewusst sein muss…oder sollte…).

    Und da wären wir auch schon bei Punkt 2: Integration der Familie.
    Ist es nicht gerade bei diesem Sport ideal, beides zu vereinen?
    Man, was freue ich mich wieder auf die warme Zeit, wenn die Flugtage usw. erneut
    beginnen, und wir wieder mit Kind und Kegel von einer Veranstaltung zur anderen reisen…
    Freue mich, bekannte Gesichter wieder zusehen, und natürlich auch wieder auf die anderen Vereinsfrauen, mit denen ich wieder schöne Nachmittage und Vereinstreffen verbringen kann.
    Da Martin natürlich auch leidenschaftlicher Hallenflieger ist, bleiben einige Kontakte auch
    im Winter über bestehen, bzw. werden auch neue geknüpft (an dieser Stelle liebe Grüße an Rika).

    Und nun zu Punkt 3: Warum braucht mein Liebster ein Hobby, er hat doch mich…
    Für Martin ist es in erster Linie ein idealer Ausgleich zum Alltag. Kann jedenfalls manchmal
    richtig beobachten, wie es ihn von Alltagslasten befreit. Und das sogar ganz neidlos (will damit sagen,
    dass ich mit Haus, 2 Kindern und beruflicher Selbständigkeit mit Sicherheit auch nicht gerade
    unterfordert bin, aber es irgendwie nicht schaffe, mir ein eigenes anständiges Hobby zuzulegen).
    Aber es macht mir eben Freude, meinen Mann glücklich zu sehen (habe ja auch was davon,
    wenn ich faulenzend ihm seinem Hobby frönend zuschaue), und dass sich diese Tatsache natürlich
    auch positiv auf Ehe und Familienleben auswirkt, sollte doch eigentlich auch bekannt sein.

    Punkt 4: Wenn da nicht noch die Finanzen wären…
    Wahrlich ist es nicht eines der preisgünstigsten Beschäftigungen, muss ich meinen Herzallerliebsten
    doch hier und da ebenfalls mal ausbremsen. Dennoch ist bestimmt für jeden Geldbeutel etwas dabei, wenn man nicht allzu große Ansprüche hat, vorerst jedenfalls. Erlebe sehr oft, wie unsere Vereinskameraden sich gegenseitig super unterstützen, sei es Tausch von Zubehör oder Hilfe beim Bau usw.. Jedenfalls ist das Geld hier besser angelegt, als es in die Kneipe zu schleppen…(diese „Hobby“-Alternative soll es ja auch geben, hörte ich…).
     
    Um nun endlich zum Schluss zu kommen (es sollte ja ein „kleiner“ Beitrag werden *g*), bin ich stolz auf meinen Mann, anstatt Bierdeckel zu begleichen (hoffe, dabei niemandem zu nahe zu treten), er mittlerweile 1. Vorsitzender unseres Vereins geworden ist (worüber ich mich als letztes beschweren dürfte, habe ich ihn doch lange Zeit dazu motiviert), und die unter anderem dadurch entstandene Vereinsdynamik dazu beigetragen hat, sich wie in einer großen Familie zu fühlen.

    Sollte ich hier noch einen Punkt vergessen haben, den die eine oder andere Lebenspartnerin bewegt oder davon abhält, den Modellflug als Freizeitbeschäftigung des Partners zu akzeptieren, würde ich mich sehr über einen persönlichen Austausch freuen.

    Mit freundlichem Fliegergruß

    Michaela Ernst